Andere Länder, andere Sitten

… und wie man mit Kultur- und Religionsunterschieden umgehen kann!

Auf Reisen lernt man nicht nur die unterschiedlichsten Länder, Menschen und Kulturen kennen, sondern lernt auch, dass nicht alles, was für uns „normal“ ist, der Standard für andere ist. Entsprechend sollte man neuen Kulturen offen begegnen und den Lebensstil in anderen Ländern respektieren. Gerade in „strengen“ oder sehr religiösen Ländern gilt es sich ein bisschen vorzubereiten, um nicht unangenehm aufzufallen, Ärger mit den Landsleuten oder der Polizei zu bekommen.

Man taucht aber nicht nur in andere Kulturen ein, sondern setzt sich auf Reisen auch das erste Mal intensiv mit seiner eigenen auseinander. Erst, wenn man sein bekanntes Gefilde verlässt und in eine neue Welt eintaucht, wird einem klar, welche Eigenarten die eigene Herkunft mit sich bringt.

Andere Länder, andere Sitten

Kultur- und Religionsunterschiede

Wir Deutschen sind im Ausland für unsere Pünktlichkeit, unsere gute Arbeit, unsere Autobahnen und unser Bier bekannt. Aber auch für unsere steife Art. Uns wird oft wenig Humor hinterher gesagt und leider sind wir auch nicht sehr gesellig – das müssen wir ändern! Und auch, wenn ich noch nie böse Anfeindungen erlebt habe, so schwebt uns auch die deutsche Geschichte immer noch etwas nach. Während wir in Deutschland immer denken, wir seien von strengen Gesetzten umgeben, stellt man im Ausland schnell fest, dass wir uns im Alltag ziemlich frei bewegen können. FKK, Alkohol in der Öffentlichkeit, Presse- und Meinungsfreiheit – in Deutschland alles kein Problem. In anderen Ländern aber durchaus. Auch stellt man fest, dass andere Religionen (auch in Deutschland) mit weitaus mehr Bedeutung gelebt werden als das Christentum.

In Deutschland ist der Genuss von Alkohol in der Öffentlichkeit kein Problem

Das religiöse Leben wird in anderen Ländern meist mehr ausgelebt als bei uns das Christentum

„Westliche“ Länder

Amerika und Australien sind auf den ersten Blick sehr westliche Länder. Trotzdem gibt es auch hier große Unterschiede. Der Größte liegt wohl in der Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft. Steht man verloren in der Gegend herum, wird einem spätestens nach zwei Minuten von einem Fremden Hilfe angeboten, ohne, dass man fragen muss. Egal, ob an der Supermarktkasse oder am Strand – man kommt mit jedem schnell ins Gespräch und wird immer mit einem netten Satz begrüßt. Zudem überspringt man das „Sie“ und spricht sich gleich mit „Du“ an. Hier werfen wir Deutschen ja immer gerne ein, dass dies alles nur oberflächlich sei. Aber ganz ehrlich, wer kann schon erwarten, dass die Kassiererin mit jedem ein tiefgründiges Gespräch führen will?

Trotzdem verlässt man jeden Laden immer mit einem Lächeln – und das würde uns in Deutschland auch ganz guttun. Hier bekommt man fast kein Hallo mehr, jeder ist mit sich selbst beschäftigt. Ich wurde einmal von einem Touristen in Berlin gefragt, warum in der Bahn jeder traurig nach unten schaut und Musik hört, um bloß nicht angesprochen zu werden?! Haben wir in Deutschland aufgehört uns für unsere Mitmenschen zu interessieren?

Australier versuchen das Leben leicht zu nehmen und genießen daher Gespräche am Strand bei einem BBQ

Wiederum ist auf uns Deutsche, wenn man uns einmal geknackt hat, Verlass. In Australien und Amerika hingegen ist alles sehr unverbindlich. Australier lieben das Leben und versuchen es leicht zu nehmen, daher geht es in Gesprächen auch eher um das nächste BBQ oder den Strand. Geschäftliche Themen ebenso wie Themen, die zu Diskriminierung führen könnten, sollte man unterlassen. In Amerika hingegen gehört auch Politik und das eigene Land zum Small Talk. Kritik am eigenen Land wird hingegen nicht toleriert – Kenntnisse über alles außerhalb von Amerika können nicht erwartet werden. In Deutschland werden erst einmal die Standartfragen zu Karriere, Familienstand und Wohnort abgeklappert.

Nationalstolz ist in Amerika ein großes Thema

Einen weiteren großen Unterschied gibt es in Bezug auf den Umgang mit Alkohol. Während Leute mit Bier in der Hand in Deutschland zum normalen Stadtbild gehören, ist es in Amerika und Australien verboten in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken und es gibt sogar Strafgelder, sollte man sich wiedersetzten. Das Trinkverhalten, mengenmäßig, ist übrigens ähnlich. Auch das Thema Trinkgeld spaltet die Nationen. In Deutschland kann, aber muss keines gegeben werden. In Australien ist Trinkgeld nicht üblich. Und in Amerika werden Speisen und Getränke ohne Trinkgeld ausgewiesen, es gibt aber vorgeschriebene Trinkgeldsätze, die bezahlt werden müssen. Auch beim Thema Toleranz und Vorschriften gibt es Unterschiede. Während ich in Australien immer mit Übergepäck kostenfrei gereist bin, darf man in Amerika nicht einmal eine Zahnbürste zu viel im Koffer haben. Mit Beamten ist hier nicht zu spaßen. Deutschland reiht sich gefühlt mittig ein – je nachdem, ob der Beamter einen guten oder schlechten Tag hat. Freizügigkeit ist in beiden Ländern gefühlt kein Problem – es gibt keine festgeschriebenen Vorschriften – in Australien sind sogar Flip-Flops ausgehfähig. In Amerika wird das Thema Freizügigkeit von Bundesstaat zu Bundesstaat unterschiedlich gehandhabt.

„Naher, Mittlerer und Ferner Osten“

In Ländern, in denen Religion eine wichtige Rolle spielt, wie beispielsweise Israel (Judentum), Dubai (Islam) oder Thailand (Buddhismus), gibt es noch einiges mehr zu beachten. Hier ist vor allem das Thema Freizügigkeit heikel. Allgemein sollte man sich nie zu freizügig kleiden, besonders gilt dies aber, wenn man beispielsweise Glaubensstätten oder Denkmäler betritt. Während Tel Aviv super modern ist und am Strand alle sehr freizügig herumlaufen (FKK und oben ohne ist untersagt), herrschen in Jerusalem andere Regeln. Beine und Schultern sollten immer bedeckt sein, um nicht respektlos zu wirken. Dies gilt auch in Thailand, gerade, wenn man einen Tempel besucht. In Dubai sollte man allgemein nie freizügig unterwegs sein.

Von Männern wird in Israel verlangt, dass sie in religiösen Stätten eine Kippa tragen

Auch auf intime Gesten, und dazu gehören bereits Händchenhalten und Küssen, sollte in allen genannten Ländern, besonders an den heiligen Orten, verzichtet werden. Stehen Besuche von heiligen Stätten auf dem Plan, sollte man sich vorher allgemein mit der jeweiligen Religion und den gelebten Bräuchen vertraut machen. Bei einem Besuch an der Klagemauer ist zu beachten, dass das Gesicht nie von der Mauer abgewandt wird – das heißt man läuft rückwärts. Männer und Frauen beten an der Mauer und auch in den Synagogen getrennt voneinander. Von Männern wird verlangt, dass sie in religiösen Stätten eine Kippa tragen. Man begrüßt sich in Israel mit Handschlag und spricht sich mit „Du“ an. Ausnahme sind die ultraorthodoxen Frauen, die nicht berührt werden dürfen. In Dubai dürfen Frauen allgemein nicht berührt werden, somit darf man ihnen auch nicht die Hand geben.

In Dubai dürfen Frauen nicht berührt werden!

Thailänder begrüßen sich, indem sie die Hände vor der Brust zusammenlegen und sich verbeugen. Diese Art der Begrüßung nennt man Wai. Als Ausländer schickt es sich allerdings nicht diese Begrüßung zu nutzen, da man kein Buddhist ist. Fotografieren ist in allen drei Ländern in heiligen sowie militärischen Stätten untersagt. Auch dürfen keine anderen Menschen, besonders Frauen, fotografiert werden. In allen drei Ländern sind Gespräche über Religion, Politik sowie die Situation im Land tabu. Israelis sind weltoffener und lassen sich schnell auf ein Gespräch ein. Trotzdem sollte der Nahost-Konflikt ebenso wenig wie der zweite Weltkrieg thematisiert werden. In Thailand sollte zusätzlich beachten werden, die Stimme zu senken und leiser zu sprechen. Die Thailänder kommen mit der westlich lauten Art nicht klar und fühlen sich dadurch schnell gestresst.

In Thailand sollte man leiser sprechen – Thailänder fühlen sich von einer lauten Art gestresst

In anderen Kulturen und Religionen lassen sich wunderschöne Bräuche finden – manche davon behält man vielleicht sein Leben lang. Also respektiert und schätzt, was euch entgegengebracht wird.

„Same Same but different“

*Dieser Text beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen der Länder, die ich bereist habe. Weitere Informationen stammen von www.benimmregeln-reise.de

creamandtravel

Als Autorin und Gründerin von Cream & Travel berichte ich dir von meinen Abenteuern aus Berlin und der Welt und biete dir die Möglichkeit weltweit zu arbeiten und so deine Reisen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: „Alles beginnt mit einem ersten Schritt – Buche jetzt!“

As the author and founder of Cream & Travel I´m taking you with me on my travels and offer you the possibility to work worldwide to finance yours, because everything starts with a first step!

12 Kommentare

    • creamandtravel
      Autor
      August 19, 2018 / 8:32 pm

      I am happy you found my page – something else you would Like to read here?

  1. August 28, 2018 / 2:19 pm

    Thanks, it’s quite informative

    • creamandtravel
      Autor
      August 28, 2018 / 3:17 pm

      Thank you – Happy you enjoyed it

  2. August 28, 2018 / 9:07 pm

    Thanks for the excellent manual

    • creamandtravel
      Autor
      August 29, 2018 / 12:29 pm

      Happy you liked it 🙂

    • creamandtravel
      Autor
      September 3, 2018 / 7:03 am

      Thanks 😉

    • creamandtravel
      Autor
      September 3, 2018 / 7:03 am

      Wow thank you so much 😉

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