Den Kampf gegen dein eigenes Ich wirst du verlieren!

Das Leben verläuft in vorgefertigten Bahnen und für die eigene Fantasie ist wenig Platz? Meist gehen viele Jahre ins Land, bevor man die unterdrückten Gefühle, die einen selbst seit langer Zeit beschäftigen, zuordnen kann. So war es zumindest bei mir. Aufgewachsen bin ich in einer Kleinstadt, in der die meisten Menschen einem bestimmten Lebensweg folgen. Daran ist nichts Verwerfliches zu finden, wenn man damit glücklich ist. Ich war es nicht und der Gedanke, dass da draußen noch mehr sein muss, ließ mich nie los.

Wenn die eigene Welt zu klein wird…

Nachdem ich meine erste Ausbildung abgeschlossen hatte und mit meinem damaligen Freund hätte zusammenziehen sollen, kam der erste Break. Ich verließ die vorgefertigte Bahn und gab mich meinen Träumen, unter lautstarkem Protest, hin. Ab diesem Moment begann das Hin und Her in meinem Leben. Eine Zeit lang verfolgte ich meinen eigenen Weg, bis dieser nicht weiterging oder zu kompliziert wurde und ich wieder in die „normale“ Bahn verfiel.

…aber die Möglichkeiten zu viel sind!

So verlief mein Leben in den Zwanziger. Eine gewisse Zeit arbeitet ich als Redakteurin an den roten Teppichen Berlins und genoss das bunte Leben in der Hauptstadt, die mir ganz neue Türen und Denkweisen eröffnete. Als dieser Weg in einer Sackgasse und einem weiteren unglücklichen Job endete, floh ich für ein Jahr nach Australien. Das erste Mal hatte ich das Gefühl angekommen zu sein und genau das zu tun, was mich glücklich machte. Doch als Cremeverkäuferin irgendwo auf der Welt zu arbeiten, konnte ja nicht das „wahre Leben“ sein. In dem Moment, als ich wieder deutschen Boden unter den Füßen hatte, konnte ich mich dem Leistungsdruck, einem bestimmten Bild zu entsprechen, nicht entziehen. Während ich am liebsten ein weiteres Jahr in Australien geblieben wäre, stand ein Studium, welches den Lebenslauf vervollständigten sollte, auf dem Plan.

Geprägt durch die neuen Eindrücke, die ich im Ausland gesammelt hatte, wurde es für mich immer schwieriger mich in meine alte Hülle hineinzupressen. Sie wollte einfach nicht mehr passen. Und so schloss ich ein weiteres Mal einen Kompromiss mit mir selbst – wenn schon ein Studium in Deutschland, dann wenigstens mit einem Auslandssemester und einem Auslandspraktikum. Die Vorzüge eines Studiums stellten sich schnell heraus – die Hülle war nicht zu eng, sondern bot viel Raum für die eigene Gestaltung. Und auch wenn ich das Studium mit den vielen Reisen sehr genoss, hatte ich immer noch das Gefühl, nicht wirklich zu einem Ziel zu gelangen.

Angst vor der eigenen Courage

Kurz bevor ich 30 wurde, stand ich also mit zwei abgeschlossenen Ausbildungen und einem Studium da und hatte immer noch keine Ahnung, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Oder hatte ich insgeheim vielleicht doch eine Ahnung, aber hatte einfach nur Angst vor der eigenen Courage? Auch wenn ich auf der ganzen Welt andere Lebensmodelle gesehen hatte, so gab es in meinem Kopf immer noch das ortsgebundene 9-to-5-Jobmodell. Dass diese Hülle schon längst nicht mehr zu mir passte, war mir unterbewusst klar, allerdings unternahm ich nichts dagegen. Immer wieder redete ich mir ein, dass ich einfach noch nicht die richtige Firma gefunden hatte. Dabei ging es nicht nur um den Job selbst. Natürlich wollte ich eine Aufgabe haben, für die ich brannte. Vielmehr störte mich aber die Vorstellung in einem Büro eine feste Zeit abzusitzen, egal, ob ich etwas zu tun hatte oder nicht. Nur 24 Tage zur freien Verfügung zu haben. Meine Ideen innerhalb einer Struktur entwickeln zu müssen – all das passte mir nicht!

Die Grenzen im Kopf durchbrechen

Hinzu kamen die vielen Ideen, die ich hatte. Wie ich um die Welt reisen und mich selbst verwirklichen könnte. Meine Erfahrungen aus einem Job, in dem ich selbst jahrelang gearbeitet hatte, weiterzugeben. Dabei ortsunabhängig zu sein und in gewisser Weise mein eigener Boss. Und wie ich anderen ebenfalls diese Tür öffnen könnte. Wie ich meine Ausbildungen und mein Studium zu einem selbstgeformten Job zusammenführen könnte. Doch ich, selbstständig, das kam eigentlich nie in Frage?!

Wie ich gezwungen wurde meine vorgefertigte Hülle abzustreifen, um meine eigene zu formen…

Und so machte ich erneut den gleichen Fehler. Ich quetschte mich ein weiters Mal in einen Job, den ich schon beim Vorstellungsgespräch nicht haben wollte. Diesmal wurde ich dabei aber nicht nur unglücklicher, sondern krank. Diagnose: Depression! Jahrelang hatte ich gegen meine innerliche Bestimmung angekämpft, hatte meist überhaupt keine Verbindung zu meiner innerlichen Stimme oder ignorierte sie bis zum Schluss. Nie hätte ich gedacht, dass meine Psyche so eine Macht über meinen Körper hat. Ich wurde eines Besseren belehrt. Total Zusammenbruch mit Anfang 30!

Hätte mir jemand gesagt, dass das mein Ergebnis mit 30 ist, hätte ich es nicht für möglich gehalten. Es kamen die schwersten Wochen meines bisherigen Lebens auf mich zu – Therapie, Tabletten und die tiefgründige Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich – die ich in den letzten Jahren komplett verpasst hatte.

Zurückblickend kann ich sagen, dass es eine sehr dunkle Zeit war. Aber wenn man kein Licht mehr am Ende des Tunnels sieht, sieht man auch irgendwann keine Alternativen mehr. Was in meinem Fall dazu geführt hat, mich endlich auf meinen Wunsch zu konzentrieren. Seit Juli gibt es nun mein eigenes Baby: Meine Service- und Recruitment Agentur Cream & Travel, die jungen Menschen die Möglichkeit gibt, weltweit in der Beauty Industrie zu arbeiten und sich so ihre Reisen zu finanzieren. Darüber hinaus erste Arbeitserfahrungen im Ausland zu sammeln, sich selbst zu finden und andere Lebensformen zu entdecken und vielleicht die richtige für sich selbst zu finden!

Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich noch nie mehr gearbeitet habe, als jetzt. Aber zu meinen eigenen Bedingungen und mit vielen glücklichen Momenten auf dem Weg!

Heute sehe ich meine Laufbahn nicht mehr als chaotisch an, sondern als das, was es ist – die Zielgerade, die mich mit all dem gesammelten Wissen und den eigenen Erfahrungen dahin gebracht hat, wo ich heute bin.

creamandtravel

Als Autorin und Gründerin von Cream & Travel berichte ich dir von meinen Abenteuern aus Berlin und der Welt und biete dir die Möglichkeit weltweit zu arbeiten und so deine Reisen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: „Alles beginnt mit einem ersten Schritt – Buche jetzt!“

As the author and founder of Cream & Travel I´m taking you with me on my travels and offer you the possibility to work worldwide to finance yours, because everything starts with a first step!

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