Flugangst – wenn das Tor zur Welt verschlossen bleibt

Wir sind im Reisezeitalter angekommen. Heute zählen Haus und Auto meist nicht mehr als Statussymbol, sondern wie viele Stempel man in seinem Reisepass hat. Rund jeder Vierte leidet dabei allerdings unter Flugangst! Manche überwinden die Angst zwar immer wieder, kommen aber schweißgebadet am Zielort an, andere steigen gar nicht erst in das Flugzeug und verpassen dabei so viel von der Welt!

Was man gegen Flugangst tun kann, erfährst du hier.

Schritt 1: Die Ursache finden!

Flugangst kann aus ganz verschiedenen Ursachen heraus entstehen. Mir ist beispielsweise einmal so schlecht im Flugzeug geworden, dass ich mich den ganzen Flug übergeben musste. Bei jedem Flug danach hatte ich wieder Angst, dass mir schlecht wird und mich dann wieder alle Leute anstarren oder die Toilette mal wieder besetzt ist, wenn ich sie dringend brauche. So stand ich nun jedes Mal am Flughafen – schweißgebadet, Übelkeit und rein gar keine Vorfreude auf den Urlaub. Als ich dann das erste Mal alleine nach Australien flog und 32 Stunden vor mir hatte, ließ ich mich in der Apotheke beraten und bekam endlich Tabletten, die halfen – Vomex. Sie stabilisieren den Magen und machen schläfrig. Seither hatte ich, selbst bei Turbulenzen, nie wieder Probleme mit Übelkeit und fliege seither unglaublich gerne!

Um die richtigen Medikamente oder Hilfe zu bekommen, muss man allerdings wissen, wovor man Angst hat. Hat man Platzangst? Oder Höhenangst? Hat man Angst, dass das Flugzeug abstürzt? Oder vor einem Terrorangriff?

Schritt zwei: Die Ursache bekämpfen!

Ängste sind irrational und daher helfen Sprüche wie: „Es ist wahrscheinlicher von einem Auto überfahren zu werden, als mit einem Flugzeug abzustürzen“ Betroffenen meistens nichts. Hat man Angst vor einer bestimmten Sache, scheint sie auf einmal überall aufzutauchen. Plötzlich liest und hört man nur noch von Flugzeugabstürzen und anderen Horrorstorys. Da hilft es, sich die Fakten anzuschauen. Wie viele Flugzeuge stürzen im Jahr wirklich ab? Wie ist das Verhältnis zu anderen Unfällen, die passieren.

Flugangst entsteht meist aus der Angst heraus, die Kontrolle abzugeben. Menschen, die unter Flugangst leiden, sind häufig auch schlechte Beifahrer, da sie sich nur sicher fühlen, wenn sie die Kontrolle über das Fahrzeug haben. Hier könnte es ein Start sein, an seinem Vertrauen zu anderen Menschen zu arbeiten.

Flugangst entsteht zudem meist aus dem Kopfkino heraus. Werden wir beispielsweise angegriffen, wandelt sich die Angst in Adrenalin um und man trifft die Entscheidung zwischen Kämpfen oder Flüchten. Die Angst im Flugzeug entsteht durch Geräusche, die wir nicht zuordnen können, Bewegungen, die wir als unnormal einstufen und das Verhalten der Flugbegleiterinnen, dass wir missinterpretieren, weil wir nicht wissen, wie schlimm es ist. Und in diesem Moment startet das Kopfkino, wir malen uns die schlimmsten Szenarien aus und die Angst hat uns vollends im Griff, weil wir das Gefühl haben, machtlos zu sein.

Vielen Menschen bleibt dabei bereits bei den kleinsten Turbulenzen das Herz stehen. Ich erinnere mich daran, wie ein Pilot einmal sagte, dass Turbulenzen überhaupt nicht schlimm sind. Das Flugzeug hat sehr viel Spielraum, was die Bewegung der Tragflächen angeht. Anstatt sich am Sitz festzukrallen und nicht mehr zu atmen, sollte man sich lieber zurücklehnen und mit den Turbulenzen mitgehen – wie bei einer Karussellfahrt. Da bezahlen wir sogar für das Durchschütteln. Die Flugbegleiterinnen setzten sich bei Turbulenzen übrigens nur aus Sicherheitsgründen hin, damit sie sich nicht verletzten falls sie stürzen und nicht, weil das Flugzeug sofort abstürzt.

Allgemein kann man sagen, dass man Flugangst, ebenso wie jede andere Angst, nur besiegen kann, indem man sich ihr stellt. Das heißt Fliegen, herausfinden, dass es gar nicht so schlimm ist und dann die Zeit frei über den Wolken genießen.

10 Tricks, die bei Flugangst helfen können:

  • ·        Die richtigen Tabletten oder Beruhigungsmittel. Reisekaugummis, Vomex oder Baldrian. Wer unter Flugangst leidet, egal aus welchem Grund, sollte ruhig zu den kleinen Hilfsmittelchen greifen
  • ·        Stress vor dem Abflug vermeiden. Das heißt nicht in letzter Sekunde am Flughafen ankommen, sondern genug Zeit einplanen, damit man vorher noch in Ruhe alles erledigen kann
  • ·        Flugangst steht bei vielen Leuten in Verbindung mit Platzangst. Daher sollte man einen Platz am Gang wählen (eventuell einen Platz mit mehr Beinfreiheit), um das Gefühl zu haben, jederzeit weggehen zu können
  • ·        Die Angst annehmen und offen damit umgehen. Das ist meist das Erste, was man in einem Flugangstseminar lernt. Dagegen anzukämpfen und auf „cool“ zu tun, bringt gar nichts. Sprich über deine Angst, aber mach die nicht verrückt. Wer weiß, vielleicht geht es deinem Sitznachbar genauso wie dir
  • ·        Etwas Leichtes vor Abflug essen und genügend Flüssigkeit zu dir nehmen. Bei einem flauen Gefühl im Magen kann Ginger Ale helfen
  • ·        Kontrolliere deine Atmung. Wenn wir Angst verspüren, neigen wir dazu besonders tief ein- und auszuatmen, was die Angst verstärkt. Versuche leicht zu atmen, schließe deine Augen und denke an etwas Schönes
  • ·        Achte darauf, wie du sitzt. Mit dem Kopf im Pullover versunken und gekrümmt im Sitz zu versinken, macht die Angst nicht besser. Lege die Hände bewusst auf die Armlehnen und stelle beide Füße fest auf den Boden. Diese „Erdung“ kann dabei helfen, deine Höhenangst zu kontrollieren
  • ·        Nimm dir etwas zur Ablenkung mit. Eine Zeitung, ein Buch oder Musik. Das lässt die Zeit schneller vergehen und lenkt dich von deiner Angst ab
  • ·        Meditiere, mache Relaxing Übungen, lerne deinen Körper in einem Angstzustand zu kontrollieren
  • ·        Nimm dir eine leere Tüte und Feuchttücher mit. Das gibt dir das Gefühl, dass du im Fall der Fälle vorbereitet bist.  

Sollten all diese kleinen Tricks nicht helfen, solltest du es in Erwägung ziehen, an einem Flugangst-Seminar teilzunehmen. Es wäre zu schade, die Schönheit der Welt aufgrund deiner Angst zu verpassen.

Und jetzt anschnallen und abheben!

 

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Als Autorin und Gründerin von Cream & Travel berichte ich dir von meinen Abenteuern aus Berlin und der Welt und biete dir die Möglichkeit weltweit zu arbeiten und so deine Reisen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: „Alles beginnt mit einem ersten Schritt – Buche jetzt!“

As the author and founder of Cream & Travel I´m taking you with me on my travels and offer you the possibility to work worldwide to finance yours, because everything starts with a first step!

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