Für Eltern

Schlaflose Nächte – wenn das Kind alleine ins Ausland will…

Generation Y – furchtlos, entdeckungslustig, weltoffen und manchmal überfordert von dem Übermaß an Möglichkeiten.

Die Generation unserer Eltern hingegen ist noch ganz anders aufgewachsen und gerade deshalb herrscht manchmal Unverständnis für den Lebensstil des anderen. Während unsere Eltern meist ihr Leben lang in einem Beruf tätig waren und es vor allem darum ging, nach der Schule oder dem Studium möglichst schnell Geld zu verdienen, tingeln wir mit 30 immer noch durch die Welt, sind noch im Studium, haben keinen festen Wohnsitz oder Partner.

Zeiten ändern sich! Doch wenn wir uns unbeschwert ins Abenteuer stürzen, vergessen wir oft unsere Eltern, die dadurch die eine oder andere schlaflose Nacht durchleben.

“Now i´m gonna tell my momma that i´m a traveller i´m gonna follow the sun” (Parov Stelar)

Ein ehrliches Interview mit meiner Mutter, Petra, bei einer Tasse Kaffee, über den ersten Schock, das Loslassen, die Ängste und was dagegen helfen kann.

Mama, kannst du dich noch daran erinnern, als ich dir das erste Mal von meiner Idee, allein ins Ausland zu gehen, berichtet habe?

Ja und ich habe nur gedacht, ob das wirklich dein Ernst ist.

Ja daran erinnere ich mich auch noch. Und dann hast du den W-Fragen Katalog runtergerattert (lacht).

Ja, warum Australien – weiter weg geht es ja auch nicht. Mit wem – und wieso alleine? Und wie stellst du dir das Ganze eigentlich vor. Und was willst du da eigentlich machen und wer soll das bezahlen? Sind ja auch berechtigte Fragen, wenn du als Frau auf einmal alleine ins Ausland gehen möchtest.

Was waren deine größten Sorgen?

Dass du alleine bist und dir keiner helfen kann und ich nicht die Möglichkeit habe, schnell nach Australien zu fliegen und für dich da zu sein, wenn was ist.

Und was hat dir geholfen?

Dass ich wusste, dass du einen Ansprechpartner vor Ort hast. Es war beruhigend zu wissen, dass dich jemand vom Flughafen abholt und du nach dem langen Flug erst einmal eine Unterkunft hast. Und natürlich, dass du einen Job und Kollegen dort hattest und alles Wichtige erst einmal geregelt war.

Deine Tipps für andere Eltern?

Die Kinder irgendwann gehen lassen. Ich erinnre mich noch daran, dass wir sehr viel zusammen unternommen haben, bevor du gegangen bist. Irgendwann wurde es dann aber auch Zeit, dass du gehst. Dieses Abschiednehmen auf Zeit kann dann doch zur Zerreißprobe werden. Ich wusste, dass ich dich nicht zurückhalten konnte, weil es dein Wunsch war zu gehen. Daher konnte ich dich nur ziehen lassen mit dem Gefühl, dass du immer zu uns zurückkommen kannst, wenn was ist.

Rückblickend – War es am Ende wirklich so schlimm?

Nein, wo du erst einmal weg warst und ich gesehen habe, dass es dir gut geht, war es ok. Vor allem, weil ich den Kontakt zu deiner Firma hatte und wusste, dass du nicht auf einmal verschwunden bist. Einen Ansprechpartner zu haben war wirklich beruhigend. Zudem machen es WhatsApp und Skype ja heutzutage auch deutlich einfacher in Kontakt zu bleiben.

Und ich weiß ja auch, dass du wieder gehen wirst…

Ich entschuldige mich für die schlaflosen Nächte und bedanke mich für die Unterstützung bei dir und Papa!