„Enjoy yourself… that’s what your 20’s are for. Your 30’s are to learn the lessons. Your 40’s are to pay for the drinks“, sagte schon die weiseste aller Frauen, Carrie Bradshaw.

Wie Recht sie hat. Das Leben verläuft in Phasen, mal sind es kurze, mal sind es lange – ihre Konstante ist die Veränderung an sich. Es gibt Phasen, in denen geht es uns so gut, dass wir uns wünschen, die Zeit würde stillstehen. Und dann gibt es wieder andere, in denen unsere einzige Hoffnung ist, dass auch diese vorbei gehen. This too shall pass – ebenso wie die Wolken an uns vorbeiziehen oder der Mond vom Halb- wieder zum Vollmond wird, werden auch diese Phase irgendwann vorbei sein. Ohne Yin gibt es eben kein Yang, ohne Regen keinen Regenbogen. Diese kitschigen Sprüche könnte ich jetzt ins Unendliche fortführen und doch liegt so viel Wahrheit in ihnen.

Das Leben verläuft in Phasen

Ich persönlich steckte zwischen drei und achtzehn Jahren in einer sehr schwierigen Phase. Jedenfalls aussehens-technisch. Eine Brille, die nicht nur unfassbar dicke Gläser, sondern auch noch einen Schlitz in der Mitte hatte, Pickel und eine feste Zahnspange, für die mir insgesamt acht bleibende Zähne gezogen wurden (Ich werde wohl nie in den Genuss vom wahren Leibniz Keksen „Nur echt mit 52 Zähnen“ kommen). Liest sich ungefähr so, wie es sich oft anfühlte. Was soll ich sagen? Die Pubertät ist wohl für keinen NUR Spaß.

In meinen 20ern lief es durchaus besser. Die Zahnspange war weg, die Brille war erst Kontaktlinsen gewichen, bevor sie dann wie durch ein Wunder ganz verschwand.  Die Pickel wurden dank der Erfindung von Pflegeprodukten und deren zunehmender Wichtigkeit in meinem Leben weniger und beschränkten sich in ihrem vollen Umfang nur noch auf die Periodenzeit. Auch wenn ich schon immer der Typ Frau war, der durchaus viel Wert auf Äußerlichkeiten legt, beschränkte sich meine bisherige Pflegeroutine auf eine einfache Gesichtspflege in einer großen blauen Dose. Mehr Gedanken hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht an Cremes verschwendet. Dies änderte sich schlagartig, als ich durch mein erstes Work & Travel in Australien und damit unverhofft in der Beauty Branche landete. Auf einmal versuchte ich mit Hilfe von Google Translate die Inhaltsstoffe sowie die verschiedenen Wirkungsweisen von Tages- und Nachtpflege, Augencreme, Creme für besondere Events, Creme für junge, alte, mittlere, fettige, trockene, pigmentierte, besonders beanspruchte und schlaffe oder faltige Haut zu verstehen.

Jetzt in meinen Dreißigern fühle ich mich so wohl in meiner Haut, wie nie zuvor. Zum einen weil ich akzeptiert habe, dass es sinnlos ist, gegen sich und seinen eigenen Körper anzukämpfen. Zum anderen weil ich mich nun darauf konzentriere, die Features, die ich an mir mag zu unterstreichen, anstatt mich darauf zu konzentrieren, was ich nicht mag und meine Energie darauf verschwende, diese zu überdecken. Weil ich weiß, wie wichtig es ist, sich selbst in seiner Haut wohlzufühlen, bin ich auch bereit mehr zu investieren – mehr Zeit, mehr Geld, mehr Wissen.

Also freundet man sich eben mit sich selbst an…

wäre da nicht diese kleine Falte auf meiner Stirn, die mit jedem Stirnrunzeln tiefer wird. Irgendwas ist eben doch immer.

Ich persönlich stecke in einer Zwischenphase

Ich stecke in einer Zwischenphase… Zu alt für schlechte Hautpflege, zu alt für überfüllte Hostelzimmer, zu alt für belanglose Gespräche und Kontakte. Zu jung für Anti-Aging, zu jung für Haus, Mann, Kinder (gefühlt jedenfalls ), zu jung, um über Wein zu philosophieren.

Was ich jetzt brauche ist das Beste aus beiden Lebensphasen. Sowohl in der Hautpflege als auch in meinem Leben. Vielleicht einen Mann, mit dem ich reisen kann, vielleicht aber eine Base, aber bloß noch keine festen Verträge, keine Entscheidung darüber, an welchem Ort ich für immer leben will und schon gar keinen festen Verträgen, die mich zu sehr binden. Gerade so viel Commitment, um mich in Sicherheit zu wiegen, aber noch genug Raum für das Freiheitsgefühl, das mir die Sprache verschlägt und dafür sorgt, dass ich Goosebumps bekomme, wenn ich die atemberaubende Natur eines fremden Ortes um mich herum wahrnehme.

Genug Detox und trotzdem genug Feuchtigkeit

Genug Detox, um meine mich immer mal wieder an die Jugend erinnernden Pickel zu verarzten und doch genug Feuchtigkeit, um den Rillen, die sich langsam um die Augen und auf der Stirn bemerkbar machen, vorzubeugen.

Remove your make up…that’s what your 20 are for. Your 30´s are to get into good skin care. Your 40´s are to pay off for being lazy about your skin before.

Yin und Yang eben!

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