Post-Travel-Blues

… und warum nach dem großen Abenteuer erst einmal ein schwarzes Loch kommt

Die erste Nacht im eigenen Bett verbracht, die vermissten Lieblingsspeisen verzerrt und die Liebsten endlich wieder um sich – nach dem großen Reiseabenteuer ist man wieder zu Hause angekommen. Es fühlt sich ungewohnt, aber auch schön zu gleich an. Alle wollen deine Geschichten hören, deine Bilder sehen und dich wieder in die Arme schließen – ein gutes Gefühl. Hast du deine Geschichten dann allen in jeglicher Bandbreite erzählst und möchtest wissen, was deine Liebsten in deiner Abwesenheit erlebt haben, kommt der erste Schock. Denn hattest du im Ausland oft das Gefühl, vieles zu Hause zu verpassen, stellst du bald fest, dass meist gar nichts passiert ist. Vielleicht wurde ein neues Sofa angeschafft oder ein befreundetes Paar hat sich getrennt. Ansonsten ist alles genau so, wie du es verlassen hast.

Das alltägliche Leben zu Hause hat seinen Lauf genommen. Arbeit, Wochenende, hier und da ein Geburtstag oder Wochenendtrip. Während du in den letzten Wochen durch Canyons geklettert bist, neue Tierbekanntschaften gemacht sowie neue Speisen für dich entdeckt hast und Menschen aus der ganzen Welt nun zu deinen Freunden zählst, hat sich zu Hause rein gar nichts verändert. Die anfängliche Euphorie über deine Geschichten flacht ab und auf Fragen wie: „Wie war deine Reise?“ zu antworten, kommt dir auf einmal unnütz vor. Wie sollst du auch alles, was du in dieser langen Zeit erlebt hast, in einen Satz packen und dabei all deine Gefühle zum Ausdruck bringen? Also antwortest du mit: „Ja war alles toll“, und gehst über zum Alltagsgeschehen. Während du immer noch jeden Satz mit „Auf meiner Reise…“ beginnst, sind die ersten Leute davon genervt – und da ist er dann – der Post-Travel-Blues.

Das Gefühl in einer verkehrten Wirklichkeit zu sein, sich in eine alte Hülle quetschen zu müssen, die aufgrund der ganzen neuen Erfahrungen aber nicht mehr passt. Veränderte Einstellungen, die Denkmuster aus der Vergangenheit infrage stellen und das Gefühl, dass keiner aus deinem Umfeld versteht, wovon du sprichst. Es fühlt sich an, als wärst du nie weggewesen. Du fängst an dich zu zwingen, alles erlebte immer wieder in dein Gedächtnis zu rufen, nur um sicherzugehen, dass es auch wirklich passiert ist. Am liebsten würdest du gleich dein nächstes Flugticket buchen, wäre da nicht das schlechte Gewissen gegenüber Freunden und Familie, die sich freuen, dass du wieder da bist.

Menschen, die dein ganzes Leben an deiner Seite waren, erscheinen dir plötzlich fremd. Das Gefühl der Zugehörigkeit ist für einen Moment nicht mehr da. Das persönliche Wachstum, das du in den letzten Wochen erlebt hast, lässt sich nicht mehr leugnen. Doch wie verhält man sich im Post-Travel-Blues und vor allem wie kommt man aus dem schwarzen Loch wieder heraus, ohne anderen vor den Kopf zu stoßen?

Post-Travel-Blues – ein Phänomen, dass alle Langzeitreißenden kennen

Der Post-Travel-Blues ist ein Phänomen, dass alle Langzeitreißenden kennen und zudem es sogar einen Wikipedia Eintrag gibt. Das heißt, du bist mit diesem Gefühl nicht alleine und wirst bei allen, die auch eine längere Reise hinter sich haben auf Verständnis treffen.

Bekämpfen kann man den Post-Travel-Blues nur gering – das Einzige was hilft, ist ihn anzunehmen. Du hast dich verändert und genau deshalb ist es jetzt so schwer für dich, in deinem alten Umfeld anzukommen. Es bringt aber nichts, alles was jetzt ist, schlecht zu reden oder sich gleich in das nächste Abenteuer zu stürzen. Erkenne auch die guten Dinge zu Hause an. Reflektiere deine Reise und was du gelernt hast. Lerne aus deinen Erkenntnissen und frage dich, was du vielleicht verändern willst! Versuche Freunde und Familie mit deiner Euphorie anzustecken und gib ihnen die Chance, deine Gefühle zu verstehen. Tausche dich mit Gleichgesinnten aus, die gerade dasselbe durchleben.

Und sei dir dessen bewusst: Die Schönheit einer Reise liegt auch darin, dass sie ein Ablaufdatum hat!

 “You will never be completely at home again, because part of your heart always will be elsewhere. That is the price you pay for the richness of loving and knowing people in more than one place.” (Miriam Adeney)

Die nächste Reise kommt bestimmt!

creamandtravel
creamandtravel

Als Autorin und Gründerin von Cream & Travel berichte ich dir von meinen Abenteuern aus Berlin und der Welt und biete dir die Möglichkeit weltweit zu arbeiten und so deine Reisen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: „Alles beginnt mit einem ersten Schritt – Buche jetzt!“

As the author and founder of Cream & Travel I´m taking you with me on my travels and offer you the possibility to work worldwide to finance yours, because everything starts with a first step!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füge Standortdaten in den Widget-Einstellungen hinzu.