Rockhampton, Queensland

…warum echte Aussies abseits der Backpacker-Hochburgen leben und sich ein zweiter Blick immer lohnt

Meine ersten drei Monate in Australien waren wie im Flug vergangen und so neigte sich auch meine Zeit in Cairns dem Ende. Für das anstehende Weihnachtsgeschäft teilte uns die Firma auf verschiedene Standorte auf. Von einem Haus mit Einzelzimmer und drei israelischen Arbeitskollegen verschlug es mich in eine Wohnung mit Zweibettzimmer, dass ich mir ab dann mit einer anderen Deutschen teilte, die zudem auch noch viel jünger war als ich. Rockhampton – nicht gerade eine Backpacker Hochburg, die mit einer Sehenswürdigkeit nach der nächsten protzte. Die meisten Backpacker verbrachten hier höchstens eine Nacht auf der Durchreise. Ich sollte hier allerdings ausgerechnet Weihnachten verbringen. Am ersten Abend war ich mir sicher, dass ich am nächsten Tag wieder abreisen würde.

Rockhampton – Liebe auf den zweiten Blick

Rockhampton – nicht gerade eine Backpacker Hochburg, die mit einer Sehenswürdigkeit nach der nächsten protzt, aber…

dafür mit vielen kleinen versteckten Schönheiten glänzt.

Als ich am darauf folgenden Morgen den Transporter sah, mit dem ich uns fortan zum Shoppingcenter fahren sollte und der, im Vergleich zu Cairns, kleinen Verkaufsfläche, war ich nicht gerade begeistert. Doch bereits in den nächsten Tagen änderte sich das Bild. Die Kunden, unter denen sich endlich viele „echte“ Australier befanden, waren unglaublich nett und easy going. Leicht kam man mit ihnen ins Gespräch und bekam immer wieder kleine Aufmerksamkeiten. Je nach Standort änderte sich auch der bevorzugte Kundentyp. Während ich in Cairns vorrangig an Frauen mittleren Alters verkauft hatte, machte ich in Rockhampton meinen Hauptumsatz mit Männern. Was auch meine Verkaufszahlen stiegen ließ – was zum einen an der gewonnenen Erfahrung, zum anderen aber an dem Weihnachtsgeschäft und den vielen Männern lag, die verzweifelt nach einem Weihnachtsgeschenk für ihre Frau suchten.

Das Weihnachtsgeschäft in Rockhampton

Mein neues Team in Rockhampton – Frauenpower

Mein bis dato größter Verkauf – der Mann hat fast den ganzen Stand leer gekauft

Auch das Leben im Doppelzimmer war nicht so schlimm wie gedacht, sondern eigentlich ganz unterhaltsam. Sophie und ich verstanden uns immer besser. Das ist eine Sache, die ich am Reisen besonders liebe – man freundet sich mit Menschen an, mit denen man im „normalen“ Leben nie in Kontakt kommen würde, weil sie zu jung, zu alt, zu anders sind. Beim Reisen ist all das egal, denn man hat eine Sache gemeinsam – das Reisen. Und so wurde sie innerhalb weniger Wochen zu einer Art Schwester für mich.

Sisters

An den Wochenenden funktionierten wir unseren Transporter zu einem Partymobil um und parkten damit vor unserem Lieblingsclub – dem Heritage Hotel. Je länger wir in Rockhampton arbeiteten, desto mehr „echte“ Australier lernten wir kennen und einige wurden unsere Freunde, mit denen wir fortan fast jede freie Minute verbrachten und einige unvergessliche Partynächte erlebten. Deshalb entschieden wir uns bald aus dem Unternehmenshaus, dass etwas außerhalb lag, auszuziehen und dies gegen ein Hostel in der Stadt eintauschten. Sechs Quadratmeter pures Lebensglück im Hause Schliessmann/Uckelmann. Ich weiß noch, wie ich hypnotisiert auf meinem Bett saß und völlig überfordert war – so ein kleines Zimmer hatte ich noch nie gesehen und auf einmal wurde ich mit Zweifeln überschüttet, ob das die richtige Entscheidung gewesen sei.

Schnell gewöhnten wir uns an das Hostel-Leben und hatten uns ein eigenes, kleines Zuhause aufgebaut. Wenn ich von der Arbeit nach Hause kam und Sophie schon im Hostel war, wartete sie bereits mit fertigen Cornflakes oder Nutella Broten auf mich. Dank unser neuen australischen Freunde erlebten wir zudem ein komplett anderes, aber wunderbares Weihnachtsfest. Jet Ski fahren auf dem Fluss, BBQ und Sonne – dazwischen ein kleiner Plastik-Weihnachtsbaum und zwei Geschenke.

Unser Partymobil

In der Nähe von Yeppoon – die Entenflüsterin

Am anderen Ende der Welt haben wir Weihnachten ein bisschen anders verbracht – Jet Ski fahrend auf dem Fluss

Wir hätten ewig so weiterleben können, doch bereits an Silvester sollten sich unsere Wege das erste Mal trennen. Der Abschied von Rockhampton, unseren Freunden und besonders von Sophie fiel mir wirklich am schwersten. Nachdem ich am ersten Tag am liebsten gleich wieder umgedreht wäre, wollte ich am Ende am liebsten gar nicht gehen – wer hätte das gedacht?

Danke an Sophie, mit der ich so viele besondere Momente teilen durfte und die mir bis heute wie eine Schwester ans Herz gewachsen ist!

Passion Pop Baby!

creamandtravel

Als Autorin und Gründerin von Cream & Travel berichte ich dir von meinen Abenteuern aus Berlin und der Welt und biete dir die Möglichkeit weltweit zu arbeiten und so deine Reisen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: „Alles beginnt mit einem ersten Schritt – Buche jetzt!“

As the author and founder of Cream & Travel I´m taking you with me on my travels and offer you the possibility to work worldwide to finance yours, because everything starts with a first step!

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