Semester im Ausland

…und warum sich der Aufwand mit Papierkram und Behördengängen dafür lohnt!

Wenn es darum geht, ein Semester im Ausland zu verbringen, schreien am Anfang alle HIER! Doch sobald die Planung anfängt und man in Papierkram versinkt und von einem Amt zu nächsten rennen muss, wird die Zahl der möglichen Kandidaten immer kleiner. Zudem hört man um sich herum immer wieder Stimmen, die sagen, dass sie kein Geld für einen Aufenthalt im Ausland haben! Das Meiste davon ist Quatsch, denn es gibt so viele Förderungen, die einem den Aufenthalt im Ausland ermöglichen. Die Planung ist Arbeit – JA, aber davon sollte man sich nicht abhalten lassen. Denn ein Studium im Ausland ist ein einmaliges Erlebnis! So „leicht“ kommt man nie wieder ins Ausland und im Lebenslauf macht sich das Semester auf der anderen Seite der Welt auch gut!

Ein Studium im Ausland ist ein einmaliges Erlebnis

Die Planung des Auslandssemesters:

  • Um die ersten Informationen zum Thema Auslandssemester einzuholen, eignet sich die Internetseite deiner Universität. Hier kannst du nicht nur die Partneruniversitäten einsehen, sondern auch die Voraussetzungen sowie die Sprechzeiten des International Office.
  • Als nächsten Schritt solltest du zu der Sprechstunde im International Office erscheinen und all deine Fragen bei der jeweiligen Bearbeiterin loswerden. Ab welchem Semester kannst du ins Ausland gehen? Welche Partneruniversitäten kommen infrage? Was ist, wenn du eine andere Universität bevorzugt? Wie funktioniert die Kursanrechnung? Welche Fördermöglichkeiten gibt es? Welche Unterlagen benötigst du? Welche Voraussetzungen musst du erfüllen?
  • Informiere dich über finanzielle Förderungen. Ein Auslandssemester kann ganz schön ins Geld gehen, denn in den meisten Ländern ist das Studieren nicht kostenlos wie in Deutschland. Die Studiengebühren in anderen Ländern können schon mal um die 7.000 Euro für ein Semester oder mehr betragen. Entscheidest du dich für eine Partneruniversität und bekommst den Zuschlag, fallen die Studiengebühren meist weg. Bekommst du Bafög, hast du einen Anspruch auf Auslands-Bafög, die ebenfalls die Studiengebühren übernehmen. Trifft für dich beides nicht zu, kannst du dich immer noch für ein Stipendium bewerben. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! (Neben den Studiengebühren wirst du auch Geld für deinen Lebensunterhalt und deine Reisen brauchen. Du kannst neben dem Studium bis zu 20 Stunden die Woche arbeiten.)
  • Hast du alle Informationen zusammen, kannst du deine Bewerbung inklusive Motivationsschreiben sowie deiner Wahlstandorte und Universitäten einreichen.
  • Für ein Auslandssemester wird ein gewisses Sprachlevel der Landessprache vorausgesetzt. Sollte der belegte Kurs in deiner Universität nicht ausreichen, wird ein TOEFL oder ILS Test verlangt, für den du dich anmelden musst. Hier solltest du die Fristen beachten!
  • Im Ausland darfst du meistens weniger Kurse belegen, als an deiner Universität zu Hause (beispielsweise aufgrund von Bafög-Regelungen). Willst du dein Studium trotzdem in Regelstudienzeit abschließen, solltest du dir überlegen, ob du manche Kurse bereits vorziehen kannst, oder solltest dich darauf einstellen, nach deiner Rückkehr mehrere Kurse belegen zu müssen als deine Kommilitonen.

Gleichgesinnte im Ausland zu finden ist die schönste Erfahrung

  • Hast du eine Zusage deiner Universität im Ausland erhalten, kannst du anfangen dir die Kurse, die du belegen willst, aus dem Kursplan herauszusuchen. Stelle eine Auswahl an Kursen zusammen und schicke diese an die zuständige Stelle deiner Universität, damit du bestätigt bekommst, welche Kurse dir im Nachhinein angerechnet werden.
  • Visa beantragen – Flug buchen! Hier kannst du dir Unterstützung aus dem International Office holen. Zudem musst du mit deinem Förderer (beispielsweise Bafög) besprechen, ob du in Vorleistung treten musst oder nicht.
  • Fixkosten zu Hause im Blick haben. Neben deiner Versicherung, die du für deinen Auslandsaufenthalt benötigst, muss du auch deine reguläre Krankenversicherung bezahlen, damit du weiter immatrikuliert bleibst. Durch eine Bestätigung des International Office ist es möglich, dass du den Universitätsbeitrag deiner Heimatuniversität nicht bezahlen musst. Zudem solltest du dir überlegen, deine Wohnung für die Zeit unterzuvermieten und deine anderen Fixkosten auf ein Minium zu reduzieren.
  • Informationsveranstaltungen besuchen. Oft bietet deine Universität Veranstaltungen zum Thema Auslandssemester an. Diese solltest du auf jeden Fall besuchen. Hier bekommst du meist alle benötigten Informationen sowie Tipps zum Thema Auslandsversicherung, Bankkonto etc. Außerdem triffst du hier auf Gleichgesinnte und lernst vielleicht die ersten Leute kennen, die mit dir zusammen ins Ausland gehen.
  • Informierst du dich über Auslandsversicherungen, beachte das manche Universitäten oder die Botschaft des Landes aufgrund deines Studenten Visa eine bestimmte Auslandsversicherung vorschreibt!
  • Unterkunft: Bei einem Auslandssemester ist es sinnvoll die Unterkunft im anderen Land bereits aus Deutschland zu organisieren. Du hast die Möglichkeit auf dem Campus zu wohnen (was oft sehr teuer sein kann) oder dir eine Gastfamilie oder WG zu suchen. Hierzu kannst du zum einen den International Office befragen, der dir oft die Möglichkeit gibt, mit ehemaligen Auslandsstudenten zu sprechen, die dir Tipps geben können. Facebook-Gruppen sind zudem eine gute Anlaufstelle.
  • Die Semester im Ausland beginnen oft versetzt zu den eigenen. Daher kann es sein, dass deine Prüfungstermine im Inland mit deinem Semesterstart im Ausland kollidieren. Versuche hier schnellstmöglich eine Alternative zu finden. Kannst du die Prüfung / die Präsentation vorziehen? Kannst du eine andere Prüfungsleistung ablegen? Und was passiert, wenn du durch eine Prüfung gefallen bist, du am Nachschreibtermin aber bereits im Ausland bist? Werden die nötigen Kurse auch ein Semester später angeboten oder musst du dann ein ganzes Jahr warten?
  • Bitte deine Uni Freunde dich auf dem Laufenden zu halten – so erlebst du keine bösen Überraschungen, wenn du zurückkommst. Hast du eine gute Vertrauensbasis, kannst du einer Person auch deine Login Daten für die Universität Software überlassen, sodass diese dich beispielsweise für die neuen Kurse (aufgrund von Zeitverschiebung oder weil man die Kurse zusammen belegen will) mit anmelden kann.
  • Ausstattung: Kümmere dich vor Abreise um einen funktionieren Laptop und andere nötige Ausstattung. Checke, dass du die richtigen Anschlüsse hast und dich mit Unisystemen im Ausland verbinden kannst.

Angekommen an deiner neuen Universität:

Deakin University Melbourne

Bist du an deiner neuen Universität im Ausland angekommen, wirst du meist zusammen mit den anderen Internationalen Studierenden begrüßt und es wird euch alles genau gezeigt. Hier die wichtigsten Dinge, die ich während meines Auslandssemesters gelernt habe:

  • Du solltest dir deinen Stundenplan clever zusammenstellen. Die Kurse werden genau wie an deiner Heimuniversität zu verschiedenen Terminen angeboten. Da du aber wahrscheinlich weniger Kurse belegt hast, solltest du deine Kurse so legen, dass du nicht jeden Tag zur Universität musst. So hast du genug Zeit für das Eigenstudium, die Arbeit nebenbei und natürlich Freizeit, um das neue Land kennenzulernen.
  • Es wird teilweise verlangt, dass du dir bestimmte Bücher kaufst, da es diese nicht in der Bibliothek gibt. Da du höchstwahrscheinlich nach deinem Semester noch reisen wirst und keine Unibücher mitschleppen willst, lohnt es sich die Bücher gebraucht von ehemaligen Studenten zu kaufen. Dafür gibt es entweder, wie auf meinem Campus, ein eigenes Geschäft oder zumindest eine Facebook Gruppe.
  • Ein neuer Campus kann ganz schön groß, verwirrend und anders sein, als die Universität zu Hause. Daher solltest du immer etwas früher zu den Vorlesungen erscheinen. Es ist eine Sache in einen Raum mit 30 Leuten zu spät reinzuplatzen – bei 600 Augenpaaren, die auf einen gerichtet sind, kann das schon peinlicher werden.
  • Such dir aktiv Verbündete. Dadurch, dass an vielen Universitäten fach- und semesterübergreifende Kurswahl herrscht, wirst du wahrscheinlich nie mit den gleichen Leuten in einem Kurs sein. Daher lohnt es sich, in jedem Kurs „Freunde“ zu finden. Hier ist aktives Recruitment deinerseits gefragt – schließlich brauchst du Hilfe bei deinen ganzen Fragen. Gerade, wenn es um Fristen geht, ist es gut Freunde zu haben, die sich mit dem ganzen System auskennen. Und neben der Universität ist es natürlich auch schön Verbündete zu haben, mit denen man seine Freizeit verbringen kann.

Auch wenn es verlockend ist, nur zu reisen und zu feiern – die Universität sollte auch im Ausland an erster Stelle stehen!

  • Um weitere Gleichgesinnte zu treffen, kann es interessant sein, einer Studentenverbindung beizutreten. Die verschiedenen Gruppen werden am Anfang des Studiums vorgestellt. Wenn du etwas findest, dass dich anspricht, kann es ein Versuch wert sein.
  • Auch wenn es verlockend ist, nur zu reisen und zu feiern – die Universität sollte auch im Ausland an erster Stelle stehen! In einem Auslandssemester lernt man meist mehr, als seine ganze Uni Zeit. Denn, wenn man sich nicht in Muttersprache verständigen kann und alles neu ist, befasst man sich viel intensiver mit allem und so bleibt es auch länger im Gedächtnis.
  • Was an der Heimuniversität vielleicht uncool wäre, ist im Ausland ein Muss – ein Unisweater mit dem Namen der Uni. Hier trägt ihn sowieso jeder und wer wollte nicht schon immer einen Unisweater, wie aus den amerikanischen Filmen, besitzen?
  • Durch die hohen Studiengebühren im Ausland bieten die Unis den Studenten auch mehr. So gab es bei uns fast jeden Tag Essen for free. Eine Woche Pizza dann wieder eine Woche healthy food. Dieses Angebot sollte man auf jeden Fall mitnehmen – schont den Geldbeutel.
  • Mein größtes Learning während der gesamten Zeit – andere Länder – andere Sitten oder eher andere Länder – andere Dozenten. Während wir in Deutschland immer hochgestochen förmliche Mails schreiben, kann es sein, dass die Dozenten in anderen Ländern viel cooler sind. In Australien hat man sich mit dem Vornamen angesprochen, sich über WhatsApp geschrieben und die Dozenten waren ausnahmslos auf der Seite der Studenten und haben uns das Uni Leben um einiges leichter gemacht als in Deutschland!
creamandtravel

Als Autorin und Gründerin von Cream & Travel berichte ich dir von meinen Abenteuern aus Berlin und der Welt und biete dir die Möglichkeit weltweit zu arbeiten und so deine Reisen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: „Alles beginnt mit einem ersten Schritt – Buche jetzt!“

As the author and founder of Cream & Travel I´m taking you with me on my travels and offer you the possibility to work worldwide to finance yours, because everything starts with a first step!

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