Shalom Australien

  …und wie ich gleich in zwei neue Kulturen geworfen wurde

Meiner Kultur hatte ich genau vor zweiunddreißig Stunden den Rücken gekehrt und darauf gleich zwei neue Kulturen hinzugewonnen. Auf Australien hatte ich mich, deutsch wie ich bin, perfekt vorbereitet. Videos über die gefährlichsten Tiere Australiens hatte ich in regelmäßigen Abständen von meinem Vater bekommen, meine Schwägerin versuchte mein Englisch noch auf Vordermann zu bringen und die Packliste hatte ich auch ordnungsgemäß abgehakt.

Deutschland – Israel – Australien

Angekommen auf der anderen Seite der Welt half mir das alles recht wenig. Denn während ich mich zu Hause vor allem noch mit der englischen Grammatik auseinandergesetzt hatte, waren mir sämtliche Begriffe, die man zum Leben brauchte, komplett entfallen. Demnach liefen die Gespräche mit meinen drei israelischen Mitbewohnern ungefähr so: „Can you please put this….“ mit viel Gestikulation ab. Da sich beide Seiten nicht auf ihrer Muttersprache verständigen konnten, mischte sich hier und da auch mal ein deutsches oder hebräisches Wort ein. Auch dies führte manchmal zu Missverständnissen. Beispielsweise als mein Chef mich beim Autofahren darauf aufmerksam machen wollte, dass in Australien auf der linken Seite gefahren wird. Mit smaller (was auf Hebräisch links heißt) verwirrte er mich allerdings nur zusätzlich.

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Mein neues Heim am anderen Ende der Welt

Der Start in einem neuen Land kann ganz schön aufregend und verwirrend zugleich sein. Auf einmal teilt man sich ein Haus mit Leuten, die man noch nie gesehen hat und grüßt sich morgens schon vor der Dusche. Dazu der Jetlag, dank dem man zwar am Tag, nicht aber in der Nacht schläft. Das Klima, das Essen – einfach alles ist anders. Ich hatte aber gar keine Zeit mir darüber Gedanken zu machen, denn ich kämpfte mich mit Google Übersetzer durch verschiedene Verkaufsstrategien und Angaben zu Inhaltsstoffen, die in den Cremes enthalten sind.

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Schönheit, soweit das Auge reicht

Australien – Der Job als Beauty Consultant

Zitternd streckte ich meinen Arm, mit einer kleinen Cremeprobe in der Hand, der vorbeilaufenden Frau entgegen und sagte mit leiser Stimme: „For you Ma´am“. Anscheinend wenig überzeugend, denn die Frau schaute nicht einmal zu mir auf. Auch die nächsten Versuche einen Kaufwilligen auf diese Art und Weise anzuhalten, verliefen ohne Erfolg. Da stand ich nun, in einem Einkaufszentrum in Australien, umgeben von Israelis an meinem ersten Arbeitstag und versuchte Creme vom Toten Meer an die Leute zu bringen. Souverän und mit breitem Lächeln hielt ich die nächste vorbeilaufende Frau an – als diese mir auf Deutsch antwortete, war das Eis gebrochen. Meine allererste Creme verkaufte ich an eine deutsche Auswanderin – ein Stück deutsche Heimat am anderen Ende der Welt. Diesen Erfolg feierte ich mit meinen Arbeitskollegen bei meinem ersten Shabbat Dinner am Abend – drei Kulturen vereint.

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Mein neuer Arbeitsplatz und der Start meiner Karriere als Beautyconsultant

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