Reisen 30 plus – und warum ich zu alt dafür bin…

…mir ein Zimmer mit Fremden zu teilen!

…und auf einmal liege ich in einem Bett, in der gleichen Bettwäsche, in der bereits zuvor jemand geschlafen hat. Um mich herum liegen Zigarettenstummel und Whiskeyflaschen. Ich fühle mich unwohl, wünsche mir mein eigenes Bett, ein eigenes Zimmer, einen Platz, an dem ich mich zurückziehen kann. Normalerweise hasse ich es allein zu sein, mein Motto ist eher: „Mittendrin statt nur dabei“, doch in diesem Moment merke ich zum ersten Mal, dass ich zu alt dafür bin, mir ein Zimmer mit Fremden zu teilen.

Der Moment, indem man merkt, dass man zu alt dafür ist, sich ein Zimmer mit Fremden zu teilen.

Auch wenn ich nie der Typ war, der unheimlich gerne bei anderen übernachtet hat, habe ich trotzdem viele Nächte in Zelten, Campern und Hostels verbracht. Habe mein Zimmer mit bis zu acht völlig unbekannten Menschen geteilt und zwar über Wochen. Versteht mich nicht falsch, das Hostel-Leben kann großartig sein, wenn man Action, neue Leute kennenlernen oder günstig wohnen will.

Das Hostel-Leben kann großartig sein, wenn man Action, neue Leute kennenlernen oder günstig wohnen will.

Wenn ich für längere Zeit im Ausland gearbeitet habe, zog ich ein Einzelzimmer immer vor. Schließlich hatte ich einen richtigen Arbeitsalltag und meine Arbeitskollegen sowieso 24 Stunden am Tag um mich herum. Da war es immer schön, wenn man wenigstens zum Schlafen die Tür zu machen konnte. Ich liebe die Gemeinschaft, einer der Gründe, warum ich diesen Job so liebe. Trotzdem brauche ich manchmal Zeit für mich selbst.

Manchmal braucht man einfach Zeit für sich.

Beim Reisen hatte ich in Hostels eigentlich immer eine gute Zeit. Trotzdem bevorzugte ich das Reisen im Camper mit einer vertrauten Person. Nicht nur, weil man völlig frei war, gehen und bleiben konnte wann, wie und wo man wollte, sondern auch, weil man mehr Privatsphäre hat. Jetzt kurz vor dem nächsten Abenteuer frage ich mich, ob ich zu alt dafür bin von Hostel zu Hostel zu reisen. Schließlich steht nach der Arbeit das Vergnügen an und ich werde mir so viel wie möglich von Neuseeland anschauen.

Manchmal ist es einfach schön, von einer vertrauten Person umgeben zu sein.

Ob es einem gefällt oder nicht – mit dem Alter verändert sich der Standard, in dem man Leben möchte und die eine oder andere persönliche Marotte hat sich zudem eingeschlichen. Dies wurde mir einmal mehr bewusst, als ich in der Schweiz hochmotiviert das Doppelbett auseinanderzog, um etwas mehr Privatsphäre zu haben, und meine israelische Kollegin mich ansah wie ein Auto.

Ob es einem gefällt oder nicht – mit dem Alter verändert sich der Standard, in dem man Leben möchte.

Hat man aufgrund seiner finanziellen Mittel nicht die Möglichkeit sich einen Camper oder ein Hotelzimmer zu mieten oder möchte man dies nicht, beschränkt sich die Auswahl bei der Unterkunft sehr. Hinzu kommt, dass es ebenso wie beim Visa auch bei manchen Hostels einen Altersbeschränkung gibt, weil man davon ausgeht, dass die die Spanne zwischen den partywütigen 18-Jährigen und den „langweilen“ 30 + Reisenden zu groß ist. Ausnahmen bestätigen die Regel!

Manchmal ist die Spanne zwischen den partywütigen 18-Jährigen und den „langweilen“ 30 + Reisenden einfach zu groß.

Gründe, warum ich mich zu ALT fürs Hostel fühle:

  • Das Teilen der Schlafräume mit Fremden. Während man selbst vielleicht den ganzen Tag durch die Stadt gejagt ist um sich alles anzuschauen und abends einfach nur todmüde ins Bett fallen will, legen die anderen um 23 Uhr erst richtig los. Laute Musik, Alkohol, Sex im Bett unter einem – will ich das wirklich noch? Nein!
  • Dreckige Gemeinschaftsküchen, in denen immer mal wieder die leckeren Einkäufe die man sich gegönnt hat verschwinden. Weißbrot und Cornflakes als Frühstücksangebot. Dreckige Teller und Geschirr soweit das Auge reicht. Das kann man für einige Tage tolerieren. Aber über längere Zeit sehe ich mich eher in schönen Restaurants, was der Geldbeutel aber leider nicht immer zulässt.
  • Dreckige Bäder, getaktete Badzeiten, kaltes Duschwasser, weil bereits 1000 Leute vor dir geduscht haben, immer leeres Duschgel und Shampoo, nasse und dreckige Handtücher. Das kann ich wirklich nicht mehr tolerieren.
  • Das NIE allein sein. Wie bereits gesagt liebe ich Gemeinschaft. Trotzdem bin ich nicht mehr bereit einfach mit jedem etwas zu unternehmen, nur um nicht allein zu sein. Während man sich früher vorzugsweise jedem angeschlossen hat, nur um nicht als MOF (Mensch ohne Freunde) unterwegs zu sein, bevorzuge ich heute entweder gute, ausgewählte Gesellschaft oder Quality Time mit mir selbst. Je älter man wird, desto mehr schätzt man auch seine Privatsphäre.

 Was ich an Hostels immer noch sehr schätze:

  • Die Gemeinschaft.
  • Den Mix der Kulturen.
  • Die Insider-Tipps der anderen Reisenden.
  • An manchen Tagen: Die organisierten Hostel-Touren und Partys.

Jeder muss seine Erfahrungen selbst machen und entscheiden, ob er sich zu alt für geteilte Betten fühlt oder nicht. Mit Ferienwohnungen und Airbnbs hat man heute bereits andere Möglichkeiten zu reisen. Partyhostels und Dorms mit vielen fremden Menschen sind in meiner Gunst gefallen. Dass ich bei meiner nächsten Reise komplett auf Hostels verzichten werde, kann ich aber auch noch nicht sicher sagen.

Man ist immer so alt, wie man sich fühlt. Mal schauen, wie Neuseeland mein gefühltes Alter beeinflusst!

creamandtravel

Als Autorin und Gründerin von Cream & Travel berichte ich dir von meinen Abenteuern aus Berlin und der Welt und biete dir die Möglichkeit weltweit zu arbeiten und so deine Reisen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: „Alles beginnt mit einem ersten Schritt – Buche jetzt!“

As the author and founder of Cream & Travel I´m taking you with me on my travels and offer you the possibility to work worldwide to finance yours, because everything starts with a first step!

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