Unbeständigkeit – Auslandsaufenthalte und Jobwechsel im Lebenslauf

…und da sitze ich erneut im Vorstellungsgespräch. Alles läuft super und dann kommen die Fragen, die mir immer wieder gestellt wird. „Würden Sie sich als eine beständige Person beschreiben?“, „Können Sie sich vorstellen länger als ein Jahr in unserer Firma zu arbeiten?“. Normalerweise ist dies der Moment, indem ich mich ertappt fühle und anfange nach Worten zu suchen.

„Würden Sie sich als eine beständige Person beschreiben?“

Doch dieses Mal ist es anders: Denn ich entschuldige mich nicht mehr für meine Erfahrungen im Ausland. Ich versuche das Ganze nicht mehr so zu drehen, dass der Arbeitgeber zufrieden ist. Ich stehe dieses Mal zu meinem Leben. Ich berichte von meinen Erfahrungen, die ich in all den Jobs und der ganzen Welt gesammelt habe. Beteure nicht, mein ganzes Leben für diese Firma arbeiten zu wollen, verspreche aber, in der Zeit, in der ich angestellt bin, mein Bestes zu geben.

Zwei Stunden nach dem Vorstellungsgespräch erhalte ich eine Zusage.

Dies war der letzte Job vor meiner Selbstständigkeit und dieses Gespräch hat mir einiges klar gemacht. Viele Menschen, gerade in Deutschland, leben ihr Leben danach ihren Lebenslauf zu vervollständigen oder zu pimpen. Immer wieder höre ich Aussagen wie: „Wie sieht das denn dann in meinem Lebenslauf aus?“, oder „Wie soll ich mein Aufenthalt im Ausland in meinem Lebenslauf gut verkaufen?“.

Sollten wir unser Leben wirklich nach einem Blatt Papier richten?

Jahrelang in der gleichen Firma zu arbeiten, fast jeden Handgriff aus dem FF zu beherrschen, das sieht im Lebenslauf gut aus. Sich allein auf ein Abenteuer einzulassen, Land und Leute auf eigene Faust zu erkunden, sich all den Schwierigkeiten und Unterschieden sowie Sprache und Kultur zu stellen, gilt als „Nicht Vorankommen“. Als hätte man in dieser Zeit nichts „Richtiges“ gemacht. Nur weil man am Ende nicht einen Zettel in der Hand hält auf dem draufsteht, wie gut oder schlecht man sich geschlagen hat.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich in meiner Zeit im Ausland immer mehr gelernt habe, als in der Schule, meiner Ausbildung oder meinem Studium. Ich sage nicht, dass die Bildungsschritte die ich gegangen bin nicht wichtig waren. Man braucht sie. Was man lernt ist wichtig! Trotzdem habe ich die wichtigsten Dinge über das Leben selbst auf Reisen gelernt und das sollte man nicht verachten oder sich dafür schämen müssen.

Wie so vieles hat sich auch der Arbeitsmarkt verändert. In meiner Bachelor Arbeit beschäftigte ich mich mit dem weltweiten Employer Branding. Denn während sich Firmen früher ihre Bewerber aussuchen konnten, so haben wir heute in Zeiten des Fachkräftemangels die Wahl, wo wir arbeiten wollen und die Firmen befinden sich in der Situation, um uns werben zu müssen.

In Zeiten des Fachkräftemangels, sind es die Firmen die uns werben müssen

Während ständige Jobwechsel und Auslandsaufenthalte dafür sorgen, dass man in kurzer Zeit viel lernt, flexibel ist und sich schnell in einem neuen Umfeld zurechtfinden kann, blicken Recruiter und Firmen immer noch kritisch auf die sogenannten „Job-Hopper“. Sie befürchten, viel Geld und Arbeit in den neuen Arbeitnehmer zu stecken und ihm anspruchsvolle Aufgaben zu übertragen, die er dann aber nicht langfristig übernehmen wird, weil er die Firma schnell wieder wechselt.

Wie vermarktet man sein Leben also am besten auf dem Papier?

Wie du dein Leben auf dem Papier gut aussehen lässt

Wechselst du ständig deinen Job oder bist viel im Ausland unterwegs, solltest du diese Punkte in deinem Lebenslauf beachten:

  • Beleuchte vor allem die letzten drei wichtigen Jobs, die sich aufgabentechnisch oder von der Größe des Unternehmens auf den nächsten Job beziehen. Aushilfsjobs oder kurze Tätigkeiten, die nicht relevant sind, können weggelassen werden.
  • Springst du von einem Projekt ins Nächste? Dann fasse die Projekte unter dem Punkt „CRM-Projekte“ zusammen und beschreibe in wenigen Worten, was dein Aufgabenbereich in den einzelnen Projekten war.
  • Beschränke dich bei der Zeitangabe auf Jahre statt Monate. So kannst du kürzere Tätigkeiten weglassen, ohne dass es auffällt.

Stehe hinter deinem Leben und deinen Entscheidungen! Versuche nicht dich für deine häufigen Jobwechsel oder Auslandsaufenthalte zu entschuldigen und dich in eine Schublade pressen zu lassen. Erkläre deine Entscheidungen, punkte mit deinem Expertenwissen und präsentierte deinen Lebenslauf, als das was er ist: Die Auflistung eines besonderen Lebens!

creamandtravel

Als Autorin und Gründerin von Cream & Travel berichte ich dir von meinen Abenteuern aus Berlin und der Welt und biete dir die Möglichkeit weltweit zu arbeiten und so deine Reisen zu finanzieren. Frei nach dem Motto: „Alles beginnt mit einem ersten Schritt – Buche jetzt!“

As the author and founder of Cream & Travel I´m taking you with me on my travels and offer you the possibility to work worldwide to finance yours, because everything starts with a first step!

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