Züspa Zürich – und ein Haus voller Israelis

Die Züspa gehört zu den größten und begehrtesten Messen. Dies hatte zur Folge, dass jeder an dieser Messe teilnehmen wollte und so war es auch nicht verwunderlich, dass sich ein Kosmetikstand an den nächsten reihte. Was in anderen Bereichen eventuell zu Konkurrenzkampf führen würde, heißt in unserer Branche einfach nur mehr Spaß. Diesmal waren wir in einem Appartmenthaus nahe der Messe untergebracht – zusammen mit all den anderen israelischen Firmen. Ein Haus voller Israelis und hier und hier und da jemand, der wie ich eine andere Nationalität hatte und durch irgendeinen Zufall, oft ist Liebe im Spiel gewesen, den Weg in diesen Job gefunden hat. Da wir fußläufig von der Messe entfernt waren, konnte sich jeder morgens die Zeit nehmen und seiner Morgenroutine folgen. Für mich hieß es, das Haus etwas früher zu verlassen und einen kleinen Morgenspaziergang mit einem Croissant und einem frischgepressten Orangensaft zum Messegelände zu machen. Weiter ging es zu einer anderen bekannten Firma, die jeden Morgen für meine perfekte Frisur sorgte. Wenn man viel auf Messen unterwegs ist, trifft man immer wieder die gleichen Leute und Firmen. Man kennt sich. Man hilft sich aus. So sorgte die Küchenausstellung neben uns beispielsweise dafür, dass wir Tag für Tag mit frischem Kaffee versorgt waren.

Sterben Messen irgendwann aus?

Auch bei dieser Messe musste wir und alle anderen Aussteller feststellen, dass aufgrund des Internetgeschäfts immer weniger Menschen ihren Weg zur Messe finden. Die Besucherzahlen sinken von Jahr zu Jahr – dabei haben Messen so viel abseits des reinen Verkaufs zu bieten. Lokale Firmen und Vereine stellen ihre Programme vor und meist gibt es noch ein buntes Rahmenprogramm. Doch auch wenn es weniger Besucher als erwartet waren, litt der Umsatz darunter zum Glück nicht. Mit unseren neuen Produkten von Celestolite hatten wir unseren Kunden einiges zu bieten. Einige meiner Kunden waren sogar so begeistert, dass sie gleich mehrmals kamen oder ihre Freunde mitbrachten. Das ist genau der Moment, indem man weiß, dass man etwas richtig gemacht hat. Zum ersten Mal hatte ich auch die Möglichkeit, etwas an meine Follower zurückzugeben und so verloste ich meine geliebte Magnetic Mask.

Was allerdings litt war die Gesundheit, denn die Grippe war im Umlauf und wenn man so eng aufeinander lebt, dann verbreitet sich diese genau so schnell wie in einem Kindergarten. Somit waren wir nicht immer voll einsatzbereit. Spätestens zu unserem großen Firmenessen, welches auf jeder Messe veranstaltet wird, waren aber alle wieder anwesend. In einem netten italienischen Restaurant bedankte sich unser Chef für unseren Einsatz. Was bei vielen Firmen, bei denen ich zuvor gearbeitet hatte, eine Floskel war, traf hier wirklich zu – mittlerweile hatten wir viele Messen zusammengearbeitet, zusammengewohnt und waren wie eine kleine Familie zusammengewachsen.

Meine israelische Familie

Warum ich diesen Job so liebe? Ehrlich gesagt sind meine israelischen Kollegen der Hauptgrund. Das familiäre Gefühl, dass jeder für den anderen einsteht und dass man die Zeit wirklich wie eine Familie zusammenlebt, fehlt mir im deutschen Alltag sehr oft.

Zehn Tage am Stück auf einer Messe zu arbeiten ist anstrengend. Doch am Ende bin ich immer froh, dass ich es gemacht habe. Die vielen unterschiedlichen Menschen, die man jeden Tag trifft. Die Atmosphäre, die Kollegen, der Job. Und jede Messe hat mindestens eine lustige Situation zu bieten, die zu einem Running Gag wird. Für diesen Joke war ich diesmal verantwortlich, als ich auf dem Fluchtbalkon ein Foto machte und dabei ausversehen ausgesperrt wurde. Nachdem nach rund zwanzig Minuten immer noch niemand kam, um mich wieder reinzulassen, folgte ich den Fluchtwegen der Messehalle und landete in den verborgenden Katakomben. Zum Glück traf ich irgendwann durch Zufall auf eine nette Reinigungskraft, die zwar etwas verwirrt war mich zu treffen, mich aber endlich zurück auf die Messe ließ.

Oh wie schön ist die Schweiz

Am letzten Tag verbrachte ich zusammen mit einem Kollegen noch etwas Zeit in Zürich. Erneut überzeugte mich die Schweiz – es ist einfach ein wunderschönes Fleckchen Erde. Der See, die Innenstadt, die kleinen Gassen, mitten auf dem Marktplatz ein Karussell. Auch die Sonne blieb uns erhalten. So schlenderten und shoppten wir uns durch Zürich, bevor es dann erneut hieß: „Bitte boarden Sie nun Ihren Flug nach Berlin Tegel“.

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